Moritat und Bänkelsang

Zur Geschichte und Entstehung

Wilddieb


Übersicht Moritatentafeln

Der abgetippte Text des Liedes (oder "nur" Gedichtes?) wurde von der Gestapo Köln offenbar bei Friedrich Jung gefunden und in einem Umschlag der Akte beigeheftet. Im Verhör wurde auf das Schriftstück nicht näher eingegangen.
aus dem

Volksliederarchiv

 

 

 

Der Wilddieb

1. Was schleicht dort im nächtlichen Walde
So einsam wildernd umher?

||: Wer hält in seiner Rechten,
So krampfhaft fest sein Gewehr? :||

 

2. Da tritt aus dem nahen Gebüsche
Ein stolzer Hirsch hervor

Er wittert nach allen Seiten,
Hebt stolz sein Geweih empor.

 

3. Halt Schurke, die Büchse herunter!
So tönt es von drüben her.

Dich, Wilddieb, dich such ich schon lange,
Von der Stelle kommst du mir nicht mehr!

 

4. Der Wilddieb, der gibt keine Antwort,
Er kennt seine sichere Hand.

Ein Knallen und gleich drauf ein Aufschrei
Und der Förster lag sterbend im Sand.

 

5. Da drückte der Wilddieb dem Förster
Die gebrochenen Augen zu

Und flüsterte leise die Worte:
Gott schenke dir ewige Ruh!

 

6. Du bist im Zweikampf gefallen,
Da hieß es nur du oder ich.

Du hast deine Pflicht treu erfüllet,
Doch das Wildern, das lasse ich nicht!