Moritat und Bänkelsang

Zur Geschichte und Entstehung

Grubenunglück


Übersicht Moritatentafeln

Am 11. Februar 1925 gab es ein Grubenunglück auf der Dortmunder Zeche Minister Stein. Durch Schlagwetter (= untertage austretendes Grubengas) und eine Kohlenstaubexplosion starben damals 136 Bergleute.Gleich in der ersten Strophe wird über 236 Bergleute gesungen, die auf dieser Zeche ihr Leben geben mussten. Jedoch entspricht dies offenbar nicht der Realität, da in den Quellen berichtet wird, dass es nur 136 Bergarbeiter waren. Dies dient vermutlich der zusätzlichen Dramatisierung und Übertreibung des Unglückes. Stillegung der Zeche im Jahr 1987

Quelle aus
hildegardis.bobi.net



Nicht weit von Dortmund liegt eine Zeche

(Die Schlagwetter – Explosion am 11. Febr. 1925)

 

 

1. Nicht weit von Dortmund liegt eine Zeche,
Genannt wird sie Minister Stein.

||: 236 Knappen büßten dort ihr Leben ein. :||


2. Es war des morgens früh um sechse,
Da fuhr der Steiger die Grub hinab.

Seinen Kam’raden Glückauf zu wünschen,
Doch das Unglück brach herab.

 

3. Rettet euch Brüder, ihr seid verloren,
Rettet euch Brüder, euer Leben ist hin!

Schlagende Wetter sind ausgebrochen,
Leb wohl mein Weib, leb wohl mein Kind.

 

4. Vor dem Tore steht eine Mutter
Sie wartet vergebens auf ihren Sohn.

Vor kaum zwei Jahren da war’s mein Gatte,
Heute ist’s mein einz’ger Sohn.

 

5. Draußen im Friedhof, da steht ein Mädchen,
Sie ringt die Hände zum Himmel empor.

Gestern begrub man meine Mutter,
Heute ist‘s mein Vater schon.

 

6. Wer hat denn dies Lied gesungen?
Wer hat denn dies Lied erdacht?

Es waren ja zwei Bergmannsjungen,
Die haben das Unglück mitgemacht.