Moritat und Bänkelsang

Zur Geschichte und Entstehung

Moritat Vortrag in Waldkirch 2005 1999 Der schwarze Vere

Unsere schönsten Moritaten

und Küchenlieder

 

Eduard und Kunigunde

 

Mariechen sonnt’ sich im Garten

 

Der Wilddieb

 

Sie war ein Mädchen voller Güte

 

Gefangen in maurischer Wüste

 

Zwei ungleiche Brüder

 

Schinderhannes

 

Der schwarze Veri

 

Räuberbraut

 

Sabinchen

 

Lieschen

 

Grubenunglück

Lied der Straßensänger

Der schwarze Veri

( Das tragische Ende des schwarzen Veri am 20. Juli 1819 wurde allgemein als Gottesgericht angesehen.)

 

1. Anklopft das Wetter und der Sturm
Zu Biberach am Sünderturm,
Die Wölbung bebt vom Widerhall,
Die Eisenstäbe zittern all.

 

2. Es blitzt so hell, es kracht so schnell:
Da liegt auf Stroh kein Diebsgesell,
Dem in der schwarzen Feuernacht
Nicht das Gewissen lodernd wacht.

 

3. Ein jeder Blitz weckt eine Tück’,
Ein jeder Knall ein Bubenstück.
Sie werfen auf die Knie sich -
Und fleh’n und weinen bitterlich.

 

4. Ein Räuber nur ohn’ all’s Gebet
In Ketten angeschmiedet steht,
Ein eisern Band den Leib umflicht,
Er kann nicht knien, er tät’s auch nicht.

 

5. Er rasselt an der Wand voll Wut,
Wie wohl ein Wolf im Käfig tut;
Er flüstert: „Bald bin ich befreit!
Blitz, Element, jetzt ist es Zeit!“

 

6. Aus einer Falte seiner Haut
Schlüpft eine Feil´, eh’s einer schaut:
„Jetzt feil ich in der dunklen Nacht,
Ich feile, weil das Wetter kracht!“


7. Ihr Narren, betet nur und heult,
Derweil mein Ring wird durchgefeilt!
Eu’r Winseln bittet euch nicht los,
Doch ich, bald wandl’ ich kettenlos.

 

8. Dem Richter, dem Gesetz zum Spott!
Noch einen Streich - dann Trotz dir, Gott!
Ja wett’re nur, ich feil, ich feil! -“
Da fliegt der Blitz, der Flammenpfeil.

 

9. Da feilt der Strahl, den Ring durchein,
Er feilt bis in das Herz hinein,
Der Räuber krümmt sich wie ein Wurm,
Der Donner schüttelt an dem Turm.

 

10 Die andern hat verschont der Schlag,
Und nur als schwarze Schlacke lag,
Mit Ketten und mit Eisenband
Der „Schwarze Veri“ an der Wand.


 

 

 

 

 

 

 

 

illustriert von

Rolf Elmar Vielhaber